Bonn, 1. Dezember 2006. Die Lianne Franzky-Beckmann Stiftung hat ihre ersten Fördermittel an drei hochbegabte Bonner Schülerinnen vergeben: Für die 8-jährige Nuriya Borck, Schülerin der Bodelschwinghschule in Friesdorf , übernimmt die Stiftung die Kosten in Höhe von 936 Euro für die 12-monatige Teilnahme an einem Chinesisch-Kurs für Kinder, der vom Hochbegabtenförderung e.V. angeboten wird. Die leidenschaftliche Naturwissenschaftlerin Pina Eichert (16 Jahre), Schülerin des Clara-Schumann-Gymnasiums, nimmt am Life-Science Lab des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg teil. Dort hat sie die Arbeitsgemeinschaft Biochemie gewählt, die sich alle 14 Tage in Heidelberg trifft. Die Stiftung unterstützt die hochbegabte Schülerin mit einem Betrag von 1.000 Euro für die Bezahlung von Seminargebühren und der Fahrtkosten. Der 16-jährigen Sabrina Bockamp vom Nicolaus-Cusanus-Gymnasium finanziert die Stiftung eine dreiwöchige Sprachreise nach Rom, die 1.585 Euro kostet.Die Schülerin besucht den bilingualen Zweig des Gymnasiums, in dem ausgewählte Fächer auf Englisch unterrichtet werden. Aus Interesse an der Sprache und Kultur Italiens hat Sabrina Bockamp Italienisch als vierte Fremdsprache gewählt.
Insgesamt hatten sich 14 Schülerinnen und Schüler mit einem konkreten Förderwunsch bei der Stiftung beworben. "Ziel der Stiftung ist die Unterstützung von hochtalentierten jungen Menschen, die bereit sind, sich mit ihrer ganzen Energie und Begeisterung für die Weiterentwicklung ihrer besonderen Begabung zu engagieren", erläuterte Werner Hundhausen, Vorsitzender des Vorstandes der Bürgerstiftung Bonn. Die Lianne Franzky-Beckmann Stiftung wird seit drei Jahren als treuhänderische Stiftung unter dem Dach der Bürgerstiftung Bonn geführt. Über die Vergabe der Fördermittel hat der Vorstand der Lianne Franzky-Beckmann Stiftung entschieden, dem die Stifterin selbst, die Rechtsanwältin Irene Bäumler und der Kanzler der Universität Bonn, Dr. Reinhardt Lutz, angehören. Zu den entscheidenden Auswahlkriterien gehörten eine allgemeine Hochbegabung, die sich vorallem durch hervorragende Zeugnisnoten ausdrückt, sowie die wirtschaftliche Notwendigkeit. Die Stiftung möchte also nur Schülerinnen und Schüler unterstützen, die nicht aus wohlhabenden Elternhäusern kommen. "Außerdem musste ein Förderwunsch vorliegen, der der Entwicklung der besonderen Begabung dient", ergänzte Hundhausen.
Lianne Franzky-Beckmann hat sich mehr als drei Jahre mit dem Gedanken an eine Stiftungsgründung beschäftigt, wobei die Suche nach dem Stiftungszweck die schwierigste Aufgabe war. Die frühere Rechtsanwältin wollte eine Stiftung errichten, an der ihr Herz hängt. Da sie in Bremerhaven geboren wurde, hatte sie zunächst an einen Bezug zu ihrer Heimat oder zur See gedacht. Dann las sie zufällig einen Bericht über die im Jahr 2001 neu eröffnete Hochbegabtenschule St. Afra in Meißen. Sofort wusste Lianne Franzky-Beckmann, dass sie sich in dem Bereich engagieren wollte. Sie wollte junge Menschen fördern, die die Gesellschaft bereichern werden- ob in der Musik, in der Wissenschaft, der Medizin oder vielen anderen Bereichen. Nach Vorgesprächen mit ihrem Steuerberater hat sich die Bonnerin entschieden, ihre Stiftung unter dem Dach der Bürgerstiftung Bonn zu errichten. Die Bürgerstiftung stand ihr in der Gründungsphase mit Rat und Tat zur Seite und übernimmt nun die gesamte Verwaltung bis hin zur Umsetzung des Stiftungszwecks. Lianne Franzky-Beckmann war die erste Bürgerin, die unter dem Dach der Bürgerstiftung Bonn eine eigene Stiftung errichtet hat. Hundhausen dankte der Stifterin ausdrücklich für das damit verbundene Vertrauen und ermunterte weitere Bürgerinnen und Bürger, sich mit ihren Stiftungsideen an die Bürgerstiftung zu wenden.
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