Bonner Theaterstiftung Einecke-Klövekorn

Die Stifterin errichtet die BONNER THEATERSTIFTUNG auch zur Erfüllung eines Wunsches ihres verstorbenen Ehemannes Jörg Einecke, dem die Förderung der darstellenden Künste ein ebenso großes Anliegen war wie ihr selbst. Unterstützt werden sollen besonders mutige Produktionen und Projekte von Bonner Bühnen, die sich nur zu einem geringen Anteil aus öffentlichen Geldern finanzieren. Neben der künstlerischen Qualität sollen insbesondere die kulturelle Teilhabe und Bildung sowie das Bewusstsein für demokratische Werte gefördert werden.

Vermögen:

200.000 Euro
 

Zustiftungen und Spenden:

Ab einem Betrag von 500 Euro kann mit einer Zustiftung das Stiftungsvermögen erhöht werden. Spenden stärken die Fördertätigkeit der Stiftung.
 

Bankverbindung:

Sparkasse KölnBonn
IBAN: DE32 3705 0198 0000 0631 80

Verwendungszweck: Zustiftung/Spende Bonner Theaterstiftung Einecke-Klövekorn

Stifterportrait

Möchte man die Bonner Kulturlandschaft zeichnen, darf eine Frau nicht fehlen: Elisabeth Einecke-Klövekorn gehört zu den prägenden Persönlichkeiten der Szene. Unermüdlich setzt sich die 1950 in Vechta geborene freie Journalistin, Literatur- und Theaterwissenschaftlerin dafür ein, Kunst und Kultur für ein breites Publikum zugänglich zu machen und künstlerische Vielfalt zu fördern. Auch als langjährige Vorsitzende der Theatergemeinde BONN drückt sie der Kultur der Bundesstadt ihren Stempel auf. Nun hat sie ihrem Engagementpuzzle ein weiteres wichtiges Teil hinzugefügt. 

Unter dem Dach der Bürgerstiftung Bonn errichtete sie die BONNER THEATERSTIFTUNG. Damit erfüllt sie auch den Wunsch ihres 2023 verstorbenen Ehemannes Jörg Einecke. Ihm lag die Förderung der darstellenden Künste ebenfalls besonders am Herzen. „Da waren wir uns von Anfang an völlig einig“, berichtet die Stifterin. Sie betont: „Unterstützt werden sollen besonders mutige Produktionen und Projekte von Bonner Bühnen, die sich nur zu einem geringen Anteil aus öffentlichen Geldern finanzieren. Neben der künstlerischen Qualität sollen insbesondere die kulturelle Teilhabe und Bildung sowie das Bewusstsein für demokratische Werte gefördert werden.“

„Brückenbauerin zwischen Kulturinstitutionen, Publikum und Stadtgesellschaft“ 

Der Bürgerstiftung Bonn ist die 75Jährige auch über die eigene Stiftung hinaus verbunden. Als Vorsitzende der Theatergemeinde BONN hat sie dem Theaterpatenprojekt „Theater für dich und mich“ zu nachhaltigem Erfolg verholfen. Kinder aus bildungsbenachteiligten Familien an das Theater heranzuführen ist ihr ein besonderes Herzensanliegen. Einecke-Klövekorn ist zudem in verschiedenen Gremien und Netzwerken aktiv. Sie engagiert sich dort für die darstellenden Künste insgesamt. Manch einer schätzt sie als „Brückenbauerin zwischen Kulturinstitutionen, Publikum und Stadtgesellschaft.“ 

Die Kürzungspläne der Stadt und des Landes für die Kultur sieht sie differenziert: „Natürlich müssen wir um den Erhalt der Substanz kämpfen. Ein Sonderopfer für die Kultur darf es nicht geben. Der Zusammenhalt zwischen den großen städtischen Einrichtungen sowie den privaten und freien Bühnen ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen.“ Trotzdem hegt sie keinen Groll, sondern sieht auch positive Aspekte: „Der drohende Rotstift zwingt uns zu grundsätzlichen strukturellen Überlegungen. Wenn man sich daran gewöhnt, dass eine Stadt alles bezahlt, besteht die Gefahr, dass die Bürgerinnen und Bürger inaktiv werden“, meint sie. Die Notwendigkeit, durch bürgerschaftliches Engagement die Kulturangebote aufrecht zu erhalten oder sogar auszubauen, verbinde die Menschen auch und „es entsteht ein wertvoller Gruppenzusammenhalt über Generationsgrenzen hinweg“. Nachdenklich fügt sie hinzu: „Wissen und Freude allein zu genießen, ergibt keinen Sinn.“

Zugang zur Kultur ermöglichen

Ein besonderes Augenmerk richtet die Stifterin auf junge Menschen und „Kinder, die sonst nicht die Möglichkeit haben, Zugang zum Theater und zur Kultur zu finden.“ Dass sie die Stiftung bereits zu Lebzeiten errichtet hat, liegen zwei bestens nachvollziehbare Motive zugrunde: „Zum einen möchte ich die Stiftung noch mitgestalten und meine Kompetenzen einbringen, zum anderen möchte ich aber erleben, wie Menschen davon profitieren.“ Schon in ihrer Jugend ließ sie das Schicksal anderer alles andere als kalt. Immer und immer wieder „übte“ sie mit einem in der Nachbarschaft lebenden Mädchen, das mit einer geistigen Beeinträchtigung geboren worden war. Und sie ermunterte die Freundin: „Du kannst ganz viel.“ Die so Gelobte wuchs im so aufgebauten Stolz und war laut Elisabeth Einecke-Klövekorn einfach glücklich. Heute viele Jahre später, sagt die zum Studium (Germanistik, Romanistik, Kunstgeschichte, Philosophie und Pädagogik) nach Bonn gekommene Stifterin: „Das hat mich ebenso geprägt wie die soziale Haltung meiner Eltern, die beide als Lehrkräfte in naturwissenschaftlichen Fächern beschäftigt waren.“
 
Geprägt hat sie allerdings auch die streng katholische Erziehung, die sie nach eigenen Worten auf dem „platten Land“, durch die Eltern und nicht zuletzt im Unterricht eines katholischen Mädchengymnasiums „genoss“. Schmunzelnd erinnert sie sich, schnell einen Oldenburger Dickkopf entwickelt zu haben. Viele Jahrzehnte später nennt sie es ihr politisches Wachwerden. „Meine Erziehung stellte sich als direkter Weg zu den Gedanken von Karl Marx heraus.“ Folgerichtig engagierte sie sich in der linken Studienbewegung. Mit 27 Jahren trat sie der SPD bei. Der Partei gehört sie bis heute an, „auch wenn es gerade mitunter schon einmal schwerfällt.“ 

Schon damals wurde sie aufgrund ihres umfangreichen Wissens als Gesprächspartnerin geschätzt. Als Jahrgangsbeste, die gleich zu Beginn ihres Studiums ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes erhielt, durfte sie im Rahmen ihrer Abifeier eine Rede unter dem Oberthema „Was mich besonders interessiert“ halten. Ihr Faible für die Kultur brach sich dort schon Bahn. Sie wählte den Titel: „Das moderne Theater und wir.“ Dabei trieb sie der Wunsch an, ihre Begeisterung für die Kultur weiterzugeben.

„Von dem ganz Neuen hellauf begeistert“

Den eigenen Zugang und ersten Kontakt zum Theater ermöglichten ihr die Landesbühne Niedersachsen Nord mit zeitgenössischen Aufführungen in Vechta. Ein besonderes Angebot, dass Elisabeth Einecke-Klövekorn, unterstützt von ihrer aus Bad Godesberg stammenden Mutter, dankbar annahm. Denn zurückblickend weiß sie: „Ansonsten war in Vechta nicht wirklich viel los.“ Das Feuer war spätestens entfacht, als sie mit der örtlichen Volkshochschule ins Staatstheater Oldenburg fuhr. Geboten wurde die „Zauberflöte“. Mit 13 Jahren erlebte sie etwas „ganz Neues“, war sofort von der dreidimensionalen Darstellung „hellauf begeistert“. Oper und klassische Musik kannte sie bis dahin ja nur aus dem Radio und von Schallplatten. 

Das Schauspiel, Theater und Kultur fesselten sie fortan. In ihrem Ehemann fand sie einen wahren Seelenverwandten. Gerne besuchte das Paar kulturelle Höhepunkte – auch außerhalb Bonns. „Am liebsten waren uns die Theaterbesuche in Paris und beim Festival in Avignon“, erzählt sie. Wenn sie als „neugieriger Mensch“ künftig ihrer zweiten Leidenschaft, dem Reisen, frönt, wird sie der Weg besonders nach Venedig, Florenz, Paris und London führen. Stets geplant mit dem Besuch besonderer Kulturerlebnisse.

Bonn, 31. Januar 2026